Allgemeines


Die Kläranlage Delitzsch ist eine mechanisch-biologische Abwasserreinigungsanlage mit einer geplanten Kapazität von 45.000 Einwohnergleichwerten. Die derzeitige Auslastung beträgt ca. 85 %, der tägliche Abwasseranfall bei Trockenwetter beläuft sich auf ca. 6000 m³/d. Zusätzlich werden über eine Fäkalannahmestelle die Fäkalien aus den Klärgruben des gesamten Verbandsgebietes entsorgt.


Mechanische Reinigungsstufe


Das Abwasser wird zu Beginn des Reinigungsprozesses dem Rechenbauwerk zugeführt um die mitgeführten Grobstoffe aus dem Abwasser zu entfernen. Die organischen Bestandteile werden ausgewaschen und dem Reinigungsprozess erneut zugeführt, das entnommene Rechengut wird entwässert und gepresst. Anschließend erfolgen im belüfteten Sandfang die Entnahme der leicht absetzbaren Sinkstoffe, insbesondere der Sande und der mineralischen Abwasserinhaltsstoffe sowie die Abtrennung von Fetten und Ölen. Der ausgetragene Sand wird im Sandklassierer von den organischen Bestandteilen getrennt und kann anschließend deponiert werden. Bei erhöhtem Mischwasseranfall gelangt ein Teil des mechanisch vorgereinigten Abwassers über den alten Langsandfang in die beiden Mischwasserrückhaltebecken .


Biologische Reinigungsstufe


Bei der biologische Abwasserbehandlung erfolgt der Abbau gelöster organischer Abwasserinhaltsstoffe durch sauerstoffverbrauchende Mikroorganismen. Diese sind bereits im Abwasser enthalten, doch durch den gezielten Sauerstoffeintrag mittels feinblasiger Belüftung werden für diese Mikroorganismen, dem sogenannten Belebtschlamm, ideale Lebensbedingungen geschaffen und somit eine hohe Reinigungsleistung garantiert. Durch den stetigen Wechsel von Nitrifikation (aerobe Phase) und Denitrifikation (anoxische Phase) werden die im Abwasser enthaltenen Stickstoffverbindungen eliminiert. Die dosierte Zugabe von Eisensalzen (in der Nachklärung) gewährleistet die Entfernung der Phosphorverbindungen (P-Eliminierung) . Nach einer längeren Aufenthaltszeit gelangt das Belebtschlammwassergemisch in die Nachklärung . Durch geringe Fließbewegung trennt sich der Belebtschlamm von dem gereinigten Abwasser , welches über ein Zahngerinne in die Vorflut geleitet wird. Der Belebtschlamm sinkt aufgrund der höheren Dichte in einen Trichter ab. Aus diesem wird ein Teil als Rücklaufschlamm in die Biologische Stufe zurückgeführt und der andere Teil in die Schlammbehandlung gepumpt.

Schlammbehandlung


Bei der biologischen Abwasserreinigung fallen täglich erhebliche Mengen Überschussschlamm an, die zur Gewährleistung einer hohen Reinigungsleistung kontinuierlich aus dem laufenden Reinigungsprozess entfernt werden müssen. Bedingt durch den hohen Wassergehalt des Überschussschlammes (98 %) wird dieser zunächst in einem statischen Eindicker voreingedickt und anschließend mittels Zentrifuge auf ca. 25 % Trockensubstanz entwässert. Damit ist der Klärschlamm transportfähig und kann einer thermischen Verwertungsanlage zugeführt werden.


 
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